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Schweriner Volkszeitung (SVZ): 12.10.2017


SPINOFF – FESTER BESTANDTEIL DER FÖRDERSTRATEGIE DES WIRTSCHAFTSMINISTERIUMS MECKLENBURG- VORPOMMERN

Die am 27.01.16 im Landtag von Innenminister Lorenz Caffier gehaltene Rede zum Thema „Gründergeist stärken – Reibungsverluste für Unternehmensgründer weiter abbauen“ unterstrich die Bedeutung von Unternehmens- und Technologiegründungen für, sowie deren Unterstützung durch das Land M-V.

Im Rahmen der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 werden dafür durch das Land sowohl Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) als auch aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung gestellt.

Unter dem Motto „Frühzeitig aufmerksam machen – Lust am Gründertum wecken“ wurde in der Rede dargestellt, dass im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Entrepreneurship das Wirtschaftsministerium Projekte insbesondere im Zusammenhang mit Hochschulen und Technologiezentren fördert, die das Klima für wissensbasierte Gründungen verbessern und zur Selbstständigkeit anregen sollen.

„Es geht auch darum, frühzeitig die Lust am Gründertum zu wecken. Die Unterstützungs-möglichkeiten sind vielseitig. Mit den geförderten Projekten sollen junge Menschen für Unternehmertum begeistert werden, ganz unabhängig davon, ob sie ihre eigene konkrete berufliche Zukunft in der Selbstständigkeit oder in einem Beschäftigungsverhältnis sehen“. sagte Innenminister Lorenz Caffier in Vertretung für Wirtschaftsminister Harry Glawe.

„Beispielhaft genannt seien hier die Projekte Spinn Off oder Techno Start Up. Diese suchen nach Ideen, die sich wirtschaftlich verwerten lassen, betreuen junge Gründer in der Startphase an den Hochschulen bzw. Technologiezentren, helfen z.B. bei der Fördermittelbeantragung, der Aufstellung des Businessplanes oder bei der Markteinführung der neuen Produkte oder Dienstleistungen.“ so der Minister weiter.

Das Spinoff-Projekt sucht nach verwertbaren Forschungsergebnissen an den beiden Universitäten des Landes Mecklenburg-Vorpommern Greifswald und Rostock und unterstützt nach Bedarf Wissenschaftler und Gründer bei der Umsetzung ihres Gründungsvorhabens. Insbesondere die Einwerbung einer geeigneten Finanzierung liegt dabei im Fokus der Unterstützungsleistungen.


Ostsee-Zeitung:


Aus dem Labor ins Leben

Forscher zu Unternehmern zu machen, Geld zu verdienen mit Wissenschaft – das ist das Ziel des Forschungsverbundes Mecklenburg-Vorpommern (FMV)

Projektmitarbeiter Martin Priesel und Projektmitarbeiterin Birgit Hauschild bringen Wissenschaft und Wirtschaft zusammen

Forscher zu Unternehmern zu machen, Geld zu verdienen mit Wissenschaft – das ist das Ziel des Forschungsverbundes Mecklenburg-Vorpommern (FMV). Seit 20 Jahren ist diese Initiative des Landes MV zusammen mit Wissenschaftlern verschiedener Hochschulen und Forschungseinrichtungen aktiv. „Ihr Ziel war es, die Wissenschaftslandschaft aufzubauen und die Forschungsförderung voranzutreiben“, sagt Martin Priesel, Projektleiter beim FMV. „Dazu wollten sie Fördermittel und Gelder aus der Wirtschaft einwerben.“ Das hat funktioniert: In den vergangenen 20 Jahren wurden 120 Unternehmensgründungen begleitet, von denen etwa zwei Drittel sich am Markt behauptet haben.

Heute ist der FMV auf drei Feldern tätig: In der Hauptsache geht es nach wie vor um Förderung von Forschung – dafür ist das Projekt SpinOff gedacht, das Priesel leitet. „Wir bieten Seminare für Akademiker an und unterstützen sie, die Ergebnisse ihrer Forschungen in die Wirtschaft zu transferieren, also eigene Firmen zu gründen. Wir wollen Ideen frühzeitig entdecken und daraus Produkte oder Dienstleistungen entwickeln. Das ist ein langfristiger Prozess. Aber so können Arbeitsplätze hier im Land geschaffen werden.“ Unter anderem lassen erfahrene Unternehmer die Forscher an ihren Erfahrungen teilhaben. Die Fördermittel für SpinOff kommen aus dem Europäischen Sozialfonds.

Außerdem werden in einem Schulungslabor des FMV pro Jahr mehrere tausend Schüler in Biologie und Chemie weitergebildet – ergänzend zum normalen Unterricht. Die jungen Leute sollen so motiviert werden, später ein Studium in diesen Fächern aufzunehmen. Und zum dritten werden kleine und mittlere Unternehmen mit Wissenschaftlern zusammengebracht, um Produkte zu entwickeln oder neue Verfahren einzuführen.

Der FMV hat acht feste Mitarbeiter, arbeitet aber mit etwa 50 Experten auf Honorarbasis zusammen. „Das können zum Bespiel Steuerberater oder Anwälte, aber auch Unternehmer sein. Mit dieser Möglichkeit unterscheiden wir uns von anderen, die ähnliche Unterstützungen anbieten“, betont Priesel.

Auch die Firma NeuroProof in Rostock-Warnemünde, die 2007 gegründet wurde, bekam Starthilfe von FMV. Die Berater unterstützten die Gründer unter anderem in Fragen der Vertragsgestaltung, der Finanzierung, der Präsentation oder auch der Kundenbetreuung. „Am Anfang kann man gar nicht genug Berater haben“, blickt Geschäftsführer Dr. Olaf Schröder zurück. „Denn vieles, was bedacht werden muss, hört sich einfacher an, als es ist.“

Schröder ist Mathematiker und beschäftigt sich mit Muster-Erkennung. Über Uni-Projekte war er mit dem Thema Bio-Systemtechnik in Berührung gekommen, woraus sich später die Gründungsidee entwickelte. NeuroProof testet Substanzen daraufhin, ob sie als Medikamente oder als Nahrungsergänzungsmittel für das Gehirn geeignet oder ob sie giftig sind. „Wir geben Nervenzellen auf einen Chip, die wie ein Mikroschaltkreis funktionieren und spontan aktiv sind. Wenn wir eine Substanz dazugeben, verändern sie ihre Aktivitätsmuster. Daraus leitet unser Verfahren deren Wirkungen ab.“ Diese Testung bestimmter Substanzen bietet das Unternehmen als Dienstleistung an – weltweit einzigartig. Zu seinen Kunden gehören mittlerweile vier der zehn größten Pharmakonzerne der Welt. Die Zahl der Beschäftigten ist von vier auf mittlerweile 17 gestiegen.

Quelle: Schweriner Volkszeitung 03. März 2015