Presse

GWA-HYGIENE-CHEF

Er bekämpft Krankenhauskeime digital

Interview. Maik Gronau entwickelte als Student ein Gerät, das misst, wie oft sich das Krankenhauspersonal die Hände desinfiziert. So sollen Keime besser beseitigt werden.

Bis zu 700.000 Deutsche stecken sich im Jahr mit Krankenhauskeimen an, die häufig über die Hände übertragen werden. Da die in Krankenhäusern aber ungenügend desinfiziert werden, hat Maik Gronau ein Messgerät entwickelt. Es überprüft, wie oft die Desinfektionsmittel-Spender betätigt werden und schickt die Daten an den Chefarzt.

Gronau gründete die GWA Hygiene GmbH gemeinsam mit Marcel Walz und Dirk Amtsberg im Jahr 2015. Die ersten Prototypen gibt es seit diesem Jahr. Installiert ist das System bisher in zehn Einrichtungen, neben Krankenhäusern auch in Pflegeheimen oder Ambulanzen. 2018 will Gronau mit seinem Unternehmen in die USA expandieren. Gestartet war die Stralsunder Firma 2013 als Studentenprojekt. Inzwischen arbeiten zwölf Mitarbeiter für das Startup, das zuerst über das Exist-Gründerstipendium finanziert wurde. Heute gehören zwei Business Angels, die KfW und die Bürgschaftsbank MBMV zu den Geldgebern.

Maik, wie kamst du auf die Idee zu deinem Startup?

Ich lag 2013 im Krankenhaus, hatte als Patient natürlich viel Langeweile und habe beobachtet, wie oft sich das Personal die Hände desinfiziert. Jeder hat es unterschiedlich oft gemacht. So kam ich auf die Idee, das stärker messen zu wollen.

Der Krankenhauskeim soll jährlich für mindestens 10.000 Todesfälle in Deutschland verantwortlich sein. Wie viele Leben habt ihr denn mit eurem Produkt schon gerettet?

Die Zahl wird uns leider kein Krankenhaus verraten. Wir wissen nicht einmal, wie viele Menschen pro Krankenhaus infiziert werden. Das halten sie unter Verschluss. Was wir aber wissen ist, dass wir den Verbrauch von Desinfektionsmitteln um bis zu 50 Prozent gesteigert haben.

Die Technik im Video

Wie genau funktioniert denn eure Lösung?

Am Desinfektionsmittelspender sendet unsere Sensorik ein Signal an die Transponder, die die Mitarbeiter bei sich tragen – wir machen keine personengenaue Erfassung. Der Transponder bestätigt dann dem Spender, das Signal empfangen zu haben. Auf der Station gibt es zusätzlich ein Auslesegerät, das die Daten an den Chefarzt übermittelt. Wir wissen aber auch, wann ein Spender leer ist. So können wir den Logistik-Prozess im Krankenhaus zusätzlich verbessern.

Wie könnt ihr denn messen, wie der Füllstand der Spender ist?

Unsere Konkurrenz hat teilweise komplett neue Spender auf den Markt gebracht. Wir aber platzieren unser Gerät außen am bestehenden Spender und messen lediglich, wie oft und von welcher Berufsgruppe er betätigt wird. Bei jedem Hub werden durchschnittlich 1,5 Milliliter des Desinfektionsmittels abgegeben. Das ist genormt. Wir benutzen einen selbst entwickelten Algorithmus zur Messung.

Und was zahlen die Krankenhäuser dafür?

Wir haben ein monatliches Pro-Bett-Modell.

Was sagen denn die Betten über die Desinfektionsspender aus?

Die Krankenhäuser haben oft keine Ahnung davon, wie viele Spender sie haben. Aber sie wissen, wie viele Stationen und Betten sie haben. Also haben wir unser Modell daran angepasst.

Ihr habt einen zusätzlichen Kontrollmechanismus ins Krankenhaus gebracht. Wird das vom Personal gut angenommen?

Ja, wird es. Denn bisher erfolgt die Erfassung mit Strichlisten auf Papier. Und mit uns weiß das Personal das erste Mal transparent, was es als Gruppe geschafft hat. Zudem schützt sich das Personal durch das Desinfizieren ja auch selbst.

Du hast gerade die Strichlisten auf Papier erwähnt. Wie weit sind deutsche Krankenhäuser denn beim Thema Digitalisierung?

Wir beschreiben das immer so: Wir bauen gerade die Rakete für den Mars. Und das Krankenhaus die Abschussrampe für den Mond. Sie befinden sich also noch in den Kinderschuhen. Häufig liegt das an veralteten Abrechnungssystemen und der Infrastruktur. Fehlendes W-Lan im Krankenhaus ist so ein Thema.

Ihr treibt die Digitalisierung in diesem Bereich mit euren ersten Produkten jetzt voran. Was kommt als nächstes?

Wir wollen die zentrale Plattform für Hygiene werden und unsere Sensorik überall integrieren. Beispielsweise können wir schauen, ob Oberflächen oder OP-Instrumente sauber sind. Aber wir wollen nicht nur im Krankenhaus bleiben, sondern auch in die Gastronomie oder Lebensmittelproduktion gehen. Hygiene ist überall ein wichtiges Thema.

Bild: GWA Hygiene

www.gruenderszene.de/allgemein/krankenhaus-desinfektion-gwa-hygiene: 13. Dezember 2017 | Georg Räth


 

WIR: die Zeitschrift der IHK zu Rostock: November 2017


Fischen im Netz: Wikipedia für Angler entsteht in Rostock

Das Internetportal fiskado.de bietet Service und Infos rund um das beliebte Hobby / Karte mit allen deutschen Angelgewässern abrufbar.

Der Usedomer See auf fiskado.de – links der „Priesterweiher“.

Rostock. Fünf Millionen Menschen in Deutschland angeln – sei es auf Nord- und Ostsee oder an einem der mehr als 11000 Binnengewässer. Ein riesiger Markt, den das Rostocker Unternehmen Fiskado mit seinem neuen Internetportal fiskado.de ködern möchte: eine Seite mit allerlei Service und Informationen rund ums Thema Angeln. „Wir haben in sozialen Medien festgestellt, dass viele Urlauber nicht wissen, wem ein See gehört und wo man die benötigte Angelkarte bekommen kann“, erklärt Geschäftsführer Karl Kliefoth. So kamen er und seine drei Mitstreiter an der Uni Rostock – alle selbst Angler – auf die Idee für die Seite.

Karl Kliefoth (26) Geschäftsführer Fiskado

Inzwischen gibt Fiskado deutschlandweit Angelkarten aus: „Die Karten werden über unsere Seite verkauft, wobei wir eine Provision vom Pächter des jeweiligen Gewässers erhalten“, erklärt Kliefoth. Der Nutzer kann sich die Karte dann ausdrucken oder bei einer Kontrolle auf seinem Handy vorzeigen. Angelkarten berechtigen dazu, an einem bestimmten Gewässer zu angeln. Voraussetzung dafür ist der Angel- oder Fischereischein, den man braucht, um überhaupt angeln zu dürfen – ähnlich wie den Führerschein zum Autofahren. In MV gibt es zudem den Touristen-Fischereischein, mit dem man einen Monat lang auch ohne Angelprüfung seinen Köder auswerfen darf. „Die meisten unserer Nutzer wollen auch den Touristen-Fischereischein online erwerben“, sagt Kliefoth. Doch diese Kunden muss er enttäuschen: „Aktuell darf der Schein nur in Papierform ausgegeben werden. Aber wir haben schon ein Konzept für die Online-Ausgabe.“

Auch das zweite Angebot von fiskado.de dreht sich um Karten, allerdings um geografische. Alle 11000 deutschen Angelgewässer sind aufgeführt. Wer auf einen See oder einen Küstenbereich klickt, sieht, an wen er sich wenden muss, wenn er dort angeln will. Wichtig ist für Angler auch, die Grenzen zwischen den einzelnen Pachtbereichen zu kennen, denn oft teilen sich mehrere Vereine oder andere Pächter ein Gewässer. „Das ist manchmal gar nicht so einfach“, meint Kliefoth. „Auf dem Usedomer See gehören die Fischereirechte teilweise der Stadt, teilweise der Kirche und der Rest dem Land.“ Um die Grenzen auf seiner Karte einzeichnen zu können, musste Kliefoth Urkunden aus dem 13. Jahrhundert studieren. Jetzt zeigt eine blaue Linie deutlich die Abgrenzung des alten Priesterweihers vom Rest des Sees.

Ziel von fiskado.de ist es, mit seiner Gewässerkarte langfristig eine Art Wikipedia für Angler zu werden: „Nutzer werden gebeten, Informationen über einzelne Gewässer einzutragen“, sagt Kliefoth. So könnten dann alle Besucher unter anderem nachschauen, welche Fische sie dort finden können. Bislang gibt es diesen Service nur für wenige Gewässer, etwa für die Unterwarnow in Rostock: „Das Gewässer ist ein Brackwassergebiet, sodass hier sowohl Süßwasser- als auch Salzwasserfische leben. Neben Zander, Hecht, Barsch und Aal kommen auch Hering, Flunder, kleinere Dorsche sowie einige Weißfischarten vor“, heißt es dort.

Zudem kann sich Kliefoth gut vorstellen, künftig über das Portal auch Angeltouren, Kutterfahrten oder Bootsausleihen zu vermitteln. „Wir merken, dass es einen Bedarf dafür gibt, alles auf einer Seite zu finden.“ Dazu ist Fiskado auch schon mit dem Landestourismusverband MV in Kontakt. Dessen Sprecher Tobias Woitendorf findet die Idee gut: „Angeln ist für uns ein großes Thema. 9,3 Prozent aller Gäste wollen im Urlaub angeln.“ Deutschlandweit liege der Anteil bei 5,2 Prozent. Da dieser Bereich schwer überschaubar sei, seien die Angler auf aktuelle, regionale und gut aufbereitete Informationen angewiesen. „Insofern schließt Fiskado hier eine Lücke“, so Woitendorf.

Ostsee-Zeitung (OZ): 25.11.2017


Bild könnte enthalten: 2 Personen, Text

Schweriner Volkszeitung (SVZ): 12.10.2017


SPINOFF – FESTER BESTANDTEIL DER FÖRDERSTRATEGIE DES WIRTSCHAFTSMINISTERIUMS MECKLENBURG- VORPOMMERN

Die am 27.01.16 im Landtag von Innenminister Lorenz Caffier gehaltene Rede zum Thema „Gründergeist stärken – Reibungsverluste für Unternehmensgründer weiter abbauen“ unterstrich die Bedeutung von Unternehmens- und Technologiegründungen für, sowie deren Unterstützung durch das Land M-V.

Im Rahmen der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 werden dafür durch das Land sowohl Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) als auch aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung gestellt.

Unter dem Motto „Frühzeitig aufmerksam machen – Lust am Gründertum wecken“ wurde in der Rede dargestellt, dass im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Entrepreneurship das Wirtschaftsministerium Projekte insbesondere im Zusammenhang mit Hochschulen und Technologiezentren fördert, die das Klima für wissensbasierte Gründungen verbessern und zur Selbstständigkeit anregen sollen.

„Es geht auch darum, frühzeitig die Lust am Gründertum zu wecken. Die Unterstützungs-möglichkeiten sind vielseitig. Mit den geförderten Projekten sollen junge Menschen für Unternehmertum begeistert werden, ganz unabhängig davon, ob sie ihre eigene konkrete berufliche Zukunft in der Selbstständigkeit oder in einem Beschäftigungsverhältnis sehen“. sagte Innenminister Lorenz Caffier in Vertretung für Wirtschaftsminister Harry Glawe.

„Beispielhaft genannt seien hier die Projekte Spinn Off oder Techno Start Up. Diese suchen nach Ideen, die sich wirtschaftlich verwerten lassen, betreuen junge Gründer in der Startphase an den Hochschulen bzw. Technologiezentren, helfen z.B. bei der Fördermittelbeantragung, der Aufstellung des Businessplanes oder bei der Markteinführung der neuen Produkte oder Dienstleistungen.“ so der Minister weiter.

Das Spinoff-Projekt sucht nach verwertbaren Forschungsergebnissen an den beiden Universitäten des Landes Mecklenburg-Vorpommern Greifswald und Rostock und unterstützt nach Bedarf Wissenschaftler und Gründer bei der Umsetzung ihres Gründungsvorhabens. Insbesondere die Einwerbung einer geeigneten Finanzierung liegt dabei im Fokus der Unterstützungsleistungen.


Ostsee-Zeitung:


Aus dem Labor ins Leben

Forscher zu Unternehmern zu machen, Geld zu verdienen mit Wissenschaft – das ist das Ziel des Forschungsverbundes Mecklenburg-Vorpommern (FMV)

Projektmitarbeiter Martin Priesel und Projektmitarbeiterin Birgit Hauschild bringen Wissenschaft und Wirtschaft zusammen

Forscher zu Unternehmern zu machen, Geld zu verdienen mit Wissenschaft – das ist das Ziel des Forschungsverbundes Mecklenburg-Vorpommern (FMV). Seit 20 Jahren ist diese Initiative des Landes MV zusammen mit Wissenschaftlern verschiedener Hochschulen und Forschungseinrichtungen aktiv. „Ihr Ziel war es, die Wissenschaftslandschaft aufzubauen und die Forschungsförderung voranzutreiben“, sagt Martin Priesel, Projektleiter beim FMV. „Dazu wollten sie Fördermittel und Gelder aus der Wirtschaft einwerben.“ Das hat funktioniert: In den vergangenen 20 Jahren wurden 120 Unternehmensgründungen begleitet, von denen etwa zwei Drittel sich am Markt behauptet haben.

Heute ist der FMV auf drei Feldern tätig: In der Hauptsache geht es nach wie vor um Förderung von Forschung – dafür ist das Projekt SpinOff gedacht, das Priesel leitet. „Wir bieten Seminare für Akademiker an und unterstützen sie, die Ergebnisse ihrer Forschungen in die Wirtschaft zu transferieren, also eigene Firmen zu gründen. Wir wollen Ideen frühzeitig entdecken und daraus Produkte oder Dienstleistungen entwickeln. Das ist ein langfristiger Prozess. Aber so können Arbeitsplätze hier im Land geschaffen werden.“ Unter anderem lassen erfahrene Unternehmer die Forscher an ihren Erfahrungen teilhaben. Die Fördermittel für SpinOff kommen aus dem Europäischen Sozialfonds.

Außerdem werden in einem Schulungslabor des FMV pro Jahr mehrere tausend Schüler in Biologie und Chemie weitergebildet – ergänzend zum normalen Unterricht. Die jungen Leute sollen so motiviert werden, später ein Studium in diesen Fächern aufzunehmen. Und zum dritten werden kleine und mittlere Unternehmen mit Wissenschaftlern zusammengebracht, um Produkte zu entwickeln oder neue Verfahren einzuführen.

Der FMV hat acht feste Mitarbeiter, arbeitet aber mit etwa 50 Experten auf Honorarbasis zusammen. „Das können zum Bespiel Steuerberater oder Anwälte, aber auch Unternehmer sein. Mit dieser Möglichkeit unterscheiden wir uns von anderen, die ähnliche Unterstützungen anbieten“, betont Priesel.

Auch die Firma NeuroProof in Rostock-Warnemünde, die 2007 gegründet wurde, bekam Starthilfe von FMV. Die Berater unterstützten die Gründer unter anderem in Fragen der Vertragsgestaltung, der Finanzierung, der Präsentation oder auch der Kundenbetreuung. „Am Anfang kann man gar nicht genug Berater haben“, blickt Geschäftsführer Dr. Olaf Schröder zurück. „Denn vieles, was bedacht werden muss, hört sich einfacher an, als es ist.“

Schröder ist Mathematiker und beschäftigt sich mit Muster-Erkennung. Über Uni-Projekte war er mit dem Thema Bio-Systemtechnik in Berührung gekommen, woraus sich später die Gründungsidee entwickelte. NeuroProof testet Substanzen daraufhin, ob sie als Medikamente oder als Nahrungsergänzungsmittel für das Gehirn geeignet oder ob sie giftig sind. „Wir geben Nervenzellen auf einen Chip, die wie ein Mikroschaltkreis funktionieren und spontan aktiv sind. Wenn wir eine Substanz dazugeben, verändern sie ihre Aktivitätsmuster. Daraus leitet unser Verfahren deren Wirkungen ab.“ Diese Testung bestimmter Substanzen bietet das Unternehmen als Dienstleistung an – weltweit einzigartig. Zu seinen Kunden gehören mittlerweile vier der zehn größten Pharmakonzerne der Welt. Die Zahl der Beschäftigten ist von vier auf mittlerweile 17 gestiegen.

Quelle: Schweriner Volkszeitung 03. März 2015