Die Top 5 der typischen Irrtümer von Existenzgründern- und wie es wirklich läuft!

  1. Konkurrenz? Nicht für mein Produkt!

  2. Ich muss mein Produkt erst fertig entwickelt haben, bevor ich öffentlich Kunden anspreche.

  3. Ich präsentiere meine Idee auf einer Messe und beschäftige mich erst danach mit den Schutzrechten.

  4. Die Rechte an der Erfindung gehören mir ganz allein.

  5. Meine Geschäftsidee ist so bahnbrechend, dass die Investoren Schlange stehen werden.

Antwort 1: „Konkurrenz? Nicht für mein Produkt!“

Die meisten Entwickler denken sie haben keine Konkurrenz, weil ihr Produkt DIE Idee ist und die Produkte der Konkurrenten „eh komplett verschieden“ sind. Doch Vorsicht! Kunden vergleichen gerne und nicht immer stellen nur die direkten Mitbewerber eine Konkurrenz dar.

Alternative Produkte, sogenannte Substitute, entsprechen zwar vielleicht nicht 1 zu 1 dem neu entwickelten Produkt, können aber trotzdem das Problem lösen und sind damit indirekte Wettbewerber. Denken Sie daran: die Welt drehte sich bisher auch ohne Ihr Produkt.

Stellen Sie daher genau sicher, welches Alleinstellungsmerkmal ihr Produkt besitzt und vermarkten Sie dieses gewinnversprechend! Welchen Kundennutzen bietet Ihr Produkt? Warum ist es besser als die vielen anderen bereits etablierten Produkte?

Negative Aussagen über Konkurrenten wirken sich negativ aus, selbst wenn sie stimmen. Konzentrieren Sie sich lieber auf die Stärken ihres Produktes und nutzen Sie die Möglichkeiten der Mobilitätsbarrieren. Dazu gehören eine Markenidentifikation und Verstärkung der Marketingstrategie zur Imageverbesserung, eine gute Produktqualität und die Kontrolle woher ihre Materialien kommen, sowie eine gute Preispolitik!

Antwort 2: „Ich muss mein Produkt erst fertig entwickelt haben, bevor ich öffentlich Kunden anspreche.“

Sie wollen mit ihrem Produkt die perfekte Entwicklung auf den Markt bringen. Verständlich, wer will das nicht? Aber!

Eine solche gibt es nicht immer bzw. wird oftmals am Bedarf vorbei entwickelt. So kann es passieren, dass das Produkt aus Entwicklersicht zu kompliziert oder auch zu teuer wird. Zudem könnte in der Zwischenzeit ein anderer Mitbewerber eine kostengünstigere und einfachere Produktvariante auf den Markt bringen. Dann zahlt sich der Perfektionismus nicht aus.

Hier empfehlen wir: das Minimum Viable Product (MVP), sprich das kleinste brauchbare Produkt, um eine Geschäftsidee herauszubringen. Halten Sie daher schon vor Veröffentlichung Ihres Produktes Rücksprache mit den Kunden und halten Sie sich stets eins vor Augen: Komplexität ist mehr wert, als unnötiges (und teures) Schnickschnack!

Des Weiteren ist es wichtig seine Zielgruppe kennen zu lernen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Vor der Gründung wird teilweise mit Annahmen für die Wünsche der Kunden gestartet, die sich später als falsch herausstellen. Lieber einmal eine Umfrage eröffnen oder den Kunden direkt ansprechen! Dabei ist von Anfang an zu beachten, dass das Produkt ein Alleinstellungsmerkmal besitzt. Schon bei dem MVP muss dieses herausstechen und den Käufer überzeugen. Gibt es vielleicht eine bestimmte Nische, die Ihre Konkurrenten bisher nicht bedienen? Die Lösung dafür sollte selbst bei dem kleinsten, brauchbaren Produkt schon zur Verfügung stehen.

Und selbst, wenn Sie merken, Ihr Produkt kommt nicht so gut an wie erwartet: Lieber früher die Erkenntnis gewinnen und daran arbeiten, als später!

 

Antwort 3: „Ich präsentiere meine Idee auf einer Messe und beschäftige mich erst danach mit den Schutzrechten.“

Sofern eine Produktidee noch nicht (beispielsweise durch ein Patent oder Marke) geschützt ist, kann es durch eine öffentliche Präsentation, Messe oder einen Vortrag seine Schutzwürdigkeit verlieren. Im Zuge der Veröffentlichung wird die vorgestellte Idee zum Stand der Technik und ist somit nicht mehr durch Patente und Marken schützbar. Deswegen ist es wichtig, dass Wissenschaftler mit ihren Forschungsergebnissen zunächst die Schutzrechtfragen klären, bevor in irgendeiner Form veröffentlicht wird. Dazu zählen neben den Präsentationen und Vorträgen auch alle weiteren Formen der Publikation (inklusive Social Media Präsenz).

Bevor Sie Ihr Produkt also auf einer Messe ausstellen, sollten Sie das Produkt immer erst mit gewerblichen Schutzrechten wie einem Patent, einer Marke oder einem eingetragenen Design absichern. Die Produktidee muss dafür nur dem eigenen geistigen Eigentum entsprechen und ein neuartiges Verfahren oder eine Anordnung darstellen. Auch bei der Absicherung ihres künftigen Unternehmensnamens genügt nicht die Sicherung der Domain. Prüfen Sie zunächst den gefundenen Namen markenrechtlich ab und sichern Sie sich dann anschließend die Domainrechte. Einer unserer Patentanwälte kann ihnen hier unter die Arme greifen: http://forschungsverbund.com/spinoff/coaches/ .

 

Antwort 4: „Die Rechte an der Erfindung gehören mir ganz allein.“

Für den Fall, dass Sie wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Hochschule oder Universität sind, gehören die Ergebnisse aus den Forschungsprojekten sowie Erfindungen der Hochschule bzw. der Universität als Arbeitgeber. Da Sie als wissenschaftlicher Mitarbeit eine Erfindung im Rahmen Ihrer Dienstpflicht entwickelt haben, fällt die Angelegenheit unter das Arbeitnehmererfindergesetz. Die Hochschule hat dann die alleinige Entscheidungshoheit über die weitere Verwertung.  Entscheidet sich die wissenschaftliche Einrichtung für den Weg der Patentierung, werden zunächst alle Kosten (Patentanmeldung und Jahresgebühren) durch diese getragen und auch entsprechende Verwertungspartner gesucht. Dementsprechend kann das Patent verkauft oder aber über die Vergabe von Lizenzen an größere Unternehmen verwertet werden.

Der Erfinder erhält in der Regel eine Vergütung von 30% aus den Erlösen.  Möchte der Wissenschaftler die Schutzrechte im Rahmen bspw. einer eigenen Ausgründung nutzen, kann er mit seinem Arbeitgeber über die Modalitäten in Verhandlung treten. Grundsätzlich unterstützen die Hochschulen und Universitäten eigene Ausgründungsvorhaben. Studenten und Absolventen haben ebenfalls die Möglichkeit ihre Erfindung über die Hochschule bzw. Universität anzumelden.

Antwort 5: „Meine Geschäftsidee ist so bahnbrechend, dass die Investoren Schlange stehen werden.“

Für einen Investor gibt es gewisse Kriterien, die erfüllt werden müssen, damit sich eine Investition für sie lohnt. Dabei schauen sie sich zuerst einmal das Team der Gründer genau an. Danach Ihren ausgearbeiteten Businessplan.

Zum einen ist den Investoren die Nachhaltigkeit eines Produktes wichtig und das schon mehrmals benannte Alleinstellungsmerkmal, das Ihr Produkt besitzen sollte. Zum anderen achten potentielle Investoren auf die Rentabilität eines Produktes, also wie gewinnversprechend Ihre Entwicklung wirklich ist. Stellen Sie dafür am besten einen Businessplan auf, indem Sie Ihre Investoren von Ihrer Idee überzeugen. Von alleine rennen Ihnen die Investoren nicht hinterher! Dazu sollten Sie sich im Vorfeld klar sein welche Zielgruppe Sie haben und ob Sie diese ausreichend bedienen.

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